Keller abdichten - Schritt-für-Schritt-Erklärung

Das A und O bei jedem Hausbau ist die Abdichtung des Kellers von außen, damit im Laufe des Jahres kein Wasser von außen eindringen kann. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie dies selbst machen.

Inhaltsverzeichnis

Material | Produkte | Anleitung | Inspiration

Was benötigen Sie alles an Material

  • Kleinen Bagger
  • Spaten und Schaufel
  • Handschuhe
  • Gummistiefel
  • Dichtungschlämme
  • Schwarze Wanne nach DIN 18195-6
  • Perimeterdämmung
  • Bleche, Dichtbänder, Wand- oder Kaminanschlussprofile
  • 2-lagige Bitumendickbeschichtung
    Schweißbahnen

Schritt 1


Ausheben des Grabens

Zu Beginn müssen Sie entlang der Fundamentmauer einen Graben ausheben. Dafür ist es empfehlenswert einen kleinen Bagger zu mieten. Der Graben darf nicht tiefer als 30 cm sein, denn ansonsten könnten Sie die Stützen zu stark belasten und damit die Statik des Hauses gefährden. Der Graben sollte eine Breite von 80- bis 90 cm haben. Die Böschung sollte einen Winkel von 30° haben, damit keine abbröckelnden Erdstücke auf Sie fallen, Sie verletzen oder sogar verschütten.

Schritt 2


Vorbereiten des Untergrundes

Falls die Ursache einer Feuchtebelastung vorher nicht ersichtlich war, sollte sie nun ermittelt werden können. Eventuell brauchen Sie dafür einen Experten. Dadurch sollte sich erschließen, ob Sie eine Drainage benötigen. Wir empfehlen eine Drainage, da Sie damit eventuellen Problemen vorbeugen können. Eine neue Beschichtung muss auf einem festsitzenden Untergrund platziert werden. Daher müssen Sie den überstehenden Putz, die Dämmstoff- und Bitumenfarbreste entfernen. Sollten Sie beschädigte Mörtelfugen entdecken, ist es empfehlenswert diese auszukratzen und glatt zu verspachteln.

Schritt 3


Wände trocknen

Das freistehende Mauerwerk sollten Sie mindestens 48 Stunden trocknen lassen. Sollte eine stärkere Feuchtigkeitsbelastung vorliegen, muss die Wand mechanisch getrocknet werden. Bei leicht feuchten Wänden können Sie einen Dichtungsschlämme auftragen.

Schritt 4


Kellerwände verfugen und verputzen

Sobald die Kellerwände von außen trocken sind, können Sie mit dem Verfugen und Verputzen beginnen. Zunächst verfugen Sie den Übergang von Mauer und Fundament. Dieser Winkel wird in Form einer Hohlkehle mit Gummimörtel dick verfugt. Dadurch wird verhindert, dass Wasser sich ansammeln und eindringen kann. Beim Verputzen sollten Sie einen geeigneten Putz für das Mauerwerk verwenden. Diesen können Sie mit einer einfachen Mauerkelle auftragen. Sobald Sie den Putz aufgetragen und glattgestrichen haben, muss dieser wieder trocknen. Je nachdem wie dick Sie den Putz aufgetragen haben, kann dies bis zu 48 Stunden dauern. Dazu empfehlen wir die Herstellerangaben zu beachten.

Schritt 5


Bitumen zum Abdichten

Sollten Sie eine saugfähige Wand haben, müssen Sie diese vorgrundieren. Um die natürliche Bodenfeuchte auszusperren, sollten Sie die gesamte Wandfläche mit einem Bitumen-voranstrich und Isoliermittel dünn anstreichen. Dazu eignet sich ein Quast. In der Regel sind ein Voranstrich und drei Deckaufstriche ausreichend. Achten Sie darauf, dass die Abdichtung der Wand gemäß DIN 18195 mindestens 15cm über den Rand des Erdreichs hinausreicht. Dafür wird ein ebener Untergrund benötigt.

Schritt 6


Alternativ zu Schritt 5

Sollten Sie nicht nur Bodenfeuchtigkeit sondern auch Kellerwand feuchte haben, wird eine Bitumendickschicht aufgetragen. Eine Bitumenbeschichtung schützt vor Tausalz und kann durch ihre Elastizität bis zu 2mm große Risse problemlos überbrücken. Sobald der Voranstrich getrocknet ist, können Sie die Bitumendickbeschichtung auftragen. Empfehlenswert ist es, zwei Schichten aufzutragen. Dabei sollten Sie beachten, dass Sie die zweite Schicht erst auftragen, nachdem die erste vollständig getrocknet ist.

Die Bitumenbeschichtung muss trocken sein und vor Frost geschützt werden. Dafür empfiehlt es sich, Panzervlies zur Abdeckung zu benutzen. Die Trockenschicht sollte am Ende mindestens 3mm betragen. Berücksichtigen Sie beim Gebrauch der Bitumenbeschichtung die Herstellerbeschreibung. Das Trocknen der Nassschicht dauert zwischen 3 und 7 Tage. Achten Sie darauf, dass die Nassschicht maximal doppelt so dick wird, wie vom Hersteller angegeben. Andernfalls kann die Schicht nicht richtig trocknen. Eine 2K-Asphalt-Dickbeschichtung ist hierfür am besten geeignet. Dank der Kombination aus Asphalt- und Pulverbestandteilen kann diese schneller und sicher trocknen.

Schritt 7



Dämmung montieren

Es gibt spezielle Dämmplatten für den erdberührenden Bereich, diese heißen Perimeterplatten. Sie schützen mit Hilfe ihres Materials (extrudiertem Polystyrol (XPS) vor Beschädigungen durch Wurzeln oder spitze Steine. Diese werden mit einer Bitumendickbeschichtung (KMB-Haut) angeklebt.

Schritt 8


Perimeterplatten

Die Perimeterplatten sind mit Ablaufkanälen für ankommendes Wasser ausgestattet. Auf der Außenseite ist ein Filtervlies. Das Filtervlies sorgt dafür, dass die Kanäle nicht mit Schwemmstoffen verstopft werden. Es gibt verschiedene Einbautiefen für Perimeterdräinageplatten (bis 3 oder 6 m).

Perimeterplatten können bei drückendem Wasser nicht eingesetzt werden. Als Klebemittel für die Perimeterplatten eignen sich eine Wulst und kleine einzelne Häufchen aus KMB (kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung), die auf die Rückseite der Matte gegeben werden. Die Matten müssen lückenlos und versetzt zueinander auf die Wand geklebt werden. Die Verklebung muss bis zum nächsten Arbeitsschritt abgebunden sein. Beachten Sie hier die Produktbeschreibung und die Herstellerangaben.

Schritt 9


Alternativ zu Schritt 6

Eine alternative sind Kunststoff-Noppenbahnen . Noppenbahnen bringen gleich mehrere Vorteile mit sich:

  • Die Noppensperrbahn sorgt dafür, dass Wasser schneller ablaufen kann
  • Eine Noppenbahn schützt den Bitumenanstrich vor spitzen Steinen und Wurzeln
  • Sie hat einen Wärmedämmeffekt vergleichbar mit einer 17 cm dicken Betonwand

Schritt 10


Verlegen der Noppenbahnen

Montieren Sie die Noppensperrbahn mit der Seite der Noppen an das Haus. Sollten Sie Ihre Noppenbahnen direkt auf eine kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung (KMB) befestigen, beachten Sie, dass nur dafür zugelassene Noppenbahnen verwendet werden. Diese haben auf der Rückseite eine extra Gleitschicht und auf der Vorderseite ein Vlies. Die Noppenbahn wird einfach in die Baugrube gelegt. Bei Aussparungen können Sie eine Schere oder ein Cutter verwenden, um sie abzuschneiden.

Schritt 11


Verkleben der Ecken und Kanten

Damit man gut um die Ecken und Kanten kommt, sind die Bahnen leicht knickbar. Es werden zwei Bahnen überlappend aneinander geschlossen, diese werden durch Holzlatten gestützt, damit sie nicht umkippen können. Das machen Sie so lange, bis die Grube aufgefüllt ist. Als Nächstes schlagen Sie die Oberkanten um und fixieren diese mit Stahlnägeln. Diese lassen Sie dann unter einem Profil verschwinden.

Achtung: Achten Sie darauf, dass die Nägel oberhalb des abzudichtenden Bereichs liegen, ansonsten kann Feuchtigkeit darüber in die Wand gelangen.

Schritt 12


Alternative zu Schritt 6

Eine weitere Alternative sind Bitumenwellpappen. Diese sind preisgünstiger und bestehen aus Naturfasern. Diese Platten werden unter Hochdruck mit Bitumen getränkt und dann gehärtet. Bei der Montage lehnen Sie die Platten einfach an die Wand in der Grube und fixieren sie mit Latten. Dies machen Sie bis die Grube gefüllt ist. Aussparungen können Sie einfach absägen. Der letzte Arbeitsschritt ist, ein Profil aus Schaumgummi oben drauf zu stecken. Der Schaumgummi hält von selbst.


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